Der STRIEZEL.

Der STRIEZEL.

Der Geruch eines frisch aus dem Rohr kommenden Stritzels | Striezels | Strietzels erweckt umgehend die schönsten Kindheitserinnerungen und ein wohliges Gefühl, dass alles gut ist. Man schließt die Augen, inhaliert die Aromen tief, bis auch die letzten Bronchien Saltos schlagen, und gibt sich den Bildern hin, die zwischen Herz und Hirn Pingpong spielen. Sobald der Geruch des frischen Germteigs langsam die Räumlichkeiten durchzieht, wird man von einer derartig harmonischen Traumwelt eingehüllt, dass jeder Trubel nebensächlich wird und die erholsame Distanz zur Realität einkehrt.

Über diverse esoterische Ausprägungen kann man streiten, die heilsame Wirkung des Striezels lässt aber selbst den größten Skeptiker verstummen und nach dem nächsten Stück verlangen.  Das Striezelbacken ist eine der schönsten Zeremonien, die man sich als Küchenpriester/in so vorstellen kann. Die Aufmerksamkeit und Liebe die man dem Teig widmet – vom zarten Verrühren der Flüssigkeit mit dem Mehl, über jede Handbewegung, die man beim Kneten des lauwarmen Teiges setzt und genießt, bis hin zum Ausrollen und Flechten der Stränge zu einem formschönen Zopf – spiegelt sich in der Gesamtkomposition wieder. Jede Geste trägt zum phänomenalen Ergebnis bei. Man schmeckt Leidenschaft und Hingabe. Immer.

Obwohl der Striezel unabhängig von jeder Tages- und Jahreszeit, die Augen wieder wie jene von Kindern beim ersten Schnee, hell erstrahlen lässt, eignet er sich besonders gut für die folgenden Situationen und Gemütslagen:

Nostalgische Sehnsucht – Dir fehlt die behagliche Wärme, du fühlst dich in deiner Stadt, gar deiner Wohnung entfremdet und wünscht dir, du wärst wieder das Kind, das bei der Oma auf der Eckbank nach dem Mittagessen eine Runde notzt.

Demografisches Heimweh – Du hast dich entschlossen, deinen Lebensmittelpunkt ins Ausland zu verlagern und obwohl, du dem kleinkarierten Österreich den Rücken gekehrt hast, vermisst du trotzdem immer wieder die vertraute Kultur und die gleichgesinnten Menschen.

Emotionaler Kater – Du warst wieder mal lang unterwegs und hast vermutlich zu viel getrunken, irgendwie fühlt sich heute alles leer an. Du brauchst etwas, dass dich in deinem Elend abholt und dir sagt, dass alles nicht so schlimm ist und bald sogar wieder besser wird. Außerdem lenkt dich das Backen von deinen Leiden ab.

Ewige Liebe – Du möchtest wem zeigen (ob Lieblings-Freund/in oder Loverboy/girl, dass er oder sie großartig ist und dir am Herzen liegt. Welche Beziehung ihr auch immer führt, die Dankbarkeit dafür lässt sich mit der Liebe, die in den Striezel fließt und dann auch durch den Magen geht, bekunden.

Verschlafene Sonntage – Du hast seit langem wieder zum Brunch geladen. In weiser Voraussicht, dass sich das Schlussmachen mit dem Bett sonntags am schwierigsten gestaltet, hast du schon am Vorabend den Teig gemacht und musst ihn nur mehr flechten und ins Rohr schieben.

Idyllische Picknicks – Du bist dabei dich auf ein Picknick vorzubereiten und hast noch bis zum Nachmittag Zeit? Ab in die Küche und hinter den Herd. Glaub uns, so schnell kannst gar ned schaun und die Worldleadership of Picknick Preparation Packaging is yours.

Üppige Osterjausen – Du möchtest noch eins drauf legen? Neben dem Osterbrot glänzt auch ein Striezel hervorragend auf jedem gut befülltem Tisch zur Osterjause. Er steht dem Osterbrot nichts nach, manch einer bevorzugt ihn sogar zum Osterfleisch und Krenn, aber pssst nicht weitersagen…

Die Zeremonie.

Der Striezel ist nicht mal rezeptpflichtig, man kann sich aber an folgende Anleitung halten:

Milch

500 Milliliter

Zucker

140 Gramm

Ingredients

  • 140 Gramm
  • 140 Gramm
  • 1 Kilogramm
  • 2 Packerl
Read the whole recipe on Eingebrockt & Ausgelöffelt.